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Gesundheit

Hand und Handgelenk im Blickpunkt

Verletzungen oder Überlastungsschäden der oberen Extremität kommen im Golfsport bei Amateuren und Professionals häufig vor. Neben akuten Verletzungen sind es meist Überlastungen, die den Golfer bei der Ausübung seiner geliebten Sportart behindern. Insbesondere die Hand und das Handgelenk können betroffen sein. Dabei spielt eine Kombination aus nicht allzu guter Technik, großem Ehrgeiz, täglichen Golfrunden im Urlaub und exzessivem Training – gerade bei Amateurgolfern – eine große Rolle. Jeder sollte bedenken: Bei einem normalen Golfschwung wird ein großes Ausmaß an Beweglichkeit vom Handgelenk abverlangt. Fehlhaltungen, -schläge und -belastungen können deshalb ernste Folgen haben.

Akute Verletzungen: Amateure oft betroffen
Bei Verletzungen an der Hand und am Handgelenk sind vor allem Amateure betroffen. Mehr als ein Drittel aller Golfverletzungen an Hand und Handgelenken tritt auf, weil der Golfschläger falsch gehalten und die Schlagtechnik noch nicht richtig beherrscht wird. So wird beispielsweise der Schläger vor dem Ball kraftvoll in den Boden geschlagen und dadurch werden Hand und Handgelenke verletzt. Diese akuten Verletzungen können sich bis zur Schulter fortsetzen und Beschwerden in Ellenbogen und Schultergelenk verursachen. Meist sind diese Probleme gut zu behandeln: Schonung, Kühlung und Salbenverbände helfen, dies schnell wieder in den Griff zu bekommen.

Chronische Beschwerden: Amateure und Professionals leiden gleichermaßen
Anders sieht es mit chronischen Beschwerden an Hand und Handgelenken aus, von denen Amateure und Professionals gleichermaßen betroffen sind – Frauen allerdings doppelt so häufig wie Männer. Das Handgelenk ist nicht einfach nur ein Gelenk. Es ist eine Ansammlung von vielen kleinen Knochen und Gelenken, die alle harmonisch zusammenspielen müssen, damit die komplexen Bewegungen der Hand ungehindert ausgeführt werden – ein sehr empfindliches Gebilde.

Chronische Krankheiten: Vielfältige Ursachen
● Arthrosen an der Hand findet man häufig am Daumensattelgelenk, sodass man nicht mehr kraftvoll zugreifen kann. Sie kommen aber auch im Handgelenk zwischen Radius (Speiche) und Handwurzelknochen vor – insbesondere, wenn früher mal eine Fraktur oder schwerere Verletzung vorgelegen hat.
● Bei Golfern recht häufig ist die nach dem Schweizer Chirurgen Fritz de Quervain benannte Tendinitis de Quervain, die ein Sehnenengpass-Problem darstellt. Es tritt bei Rechtshändern im linken Handgelenk auf, wenn dieses beim Rückschwung stark abgebogen wird. Dabei wirken erhebliche Kräfte auf die Sehnen ein und setzen ihnen zu. Der Schmerz ist entlang des Daumens über das Handgelenk beim Rück-, aber auch im Ab- und Durchschwung spürbar.
Es gibt gute klinische Test, um diese Erkrankung herauszufinden und die Behandlung kann meist konservativ erfolgen: Schonung, Kühlung und entzündungshemmende Medikamente. Gerade die Behandlung mit der extrakorporalen Stoßwelle (ESWT) kann schnell zu guten Erfolgen führen – idealerweise in Kombination mit Krankengymnastik. Hilft dies nicht, kann mit einer kleinen Operation den Sehnen mehr Platz gegeben werden.
● Die vielen Sehnen rund ums Handgelenk und an den Fingern können alle mehr oder weniger leicht überlastet werden. Insbesondere wenn durch höheres Lebensalter Vorschädigungen vorliegen oder wenn gar Komponenten einer rheumatischen Krankheit eine Rolle spielen. Dann ist wirklich Vorsicht geboten und Überlastungen sollten vermieden werden.

Gute Golfer: Überlastungen treten häufig auf
Gerade die besseren Golfspieler sind häufig von Überlastungen betroffen, da sie ihr Handgelenk mehr einsetzen und stärker nutzen. So können Strecksehnen und Beugesehnen an der Hand betroffen sein.
Gelegentlich findet sich auch ein schnappender Finger. Dieser tritt auf, wenn eine verdickte und entzündete Sehne in der Sehnenscheide einklemmt und das Strecken und Beugen manchmal nur durch ein Schnappen der Sehne und des Fingers möglich ist. Hier kann man konservativ behandeln, aber auch ein kleiner chirurgischer Eingriff kann das Problem lösen. Auch ein sehr starker Griff kann zu Überlastungen führen.

Oft übersehen: Fraktur des Hakenbeins
Erfahrene Golfer wie auch Anfänger können von einer Fraktur des Os hamatum (Hakenbein) betroffen sein. Das Os hamatum ist ein Knöchelchen im Handgelenksbereich mit einem daran befindlichen kleinen Haken. Dieser Haken ist gefährdet zu brechen, wenn das Ende des Golfschlägers direkt am Os hamatum in der linken Handfläche auftrifft – beispielsweise durch einen unglücklichen Schlag in einen sehr schweren Boden oder gegen einen Stein. Dieser Knochenbruch kann leicht übersehen werden. Oft gelingt es erst in der Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) den Nachweis zu erhalten. Besteht diese Fraktur lange Zeit, können auch Beugesehnen, die in der Nähe über diesen Knochen gleiten, Schaden nehmen und sogar abreißen. In diesem Fall sollte unbedingt handchirurgische Hilfe gesucht werden, da konservative Therapien meist nicht erfolgreich sind.

Häufig im Alter: das Karpaltunnelsyndrom
Eine häufige Erkrankung, gerade in der Altersgruppe vieler Golfer, ist das Karpaltunnelsyndrom (CTS). Die Ursachen sind multifaktoriell: unter anderem Diabetes, Gicht und Überlastung. Ein nicht erkanntes Karpaltunnelsyndrom kann eine Golfkarriere beenden. Denn wenn die Sensibilität an der Hand durch den Druck auf den Nervus medianus stark geschädigt wird, erholt sie sich eventuell nicht wieder vollständig – selbst wenn dann operiert wird. Typisch ist die Taubheit und Gefühlsstörung vom Daumen bis zum Mittelfinger. Häufig wachen die Patienten nachts auf, weil ihnen diese betroffenen drei Finger taub geworden sind und müssen dann den Arm und die Hand schütteln, um wieder Gefühl zu erlangen. Sollte der Neurologe eine Schädigung des Nervus medianus feststellen, so ist die Spaltung des Karpaltunnels als Eingriff notwendig und wird wieder zur Beschwerdefreiheit führen – wenn er nicht zu spät durchgeführt wird.

Tipps, die Hand und Handgelenk entlasten
● Ausrüstung: Größere und weichere Griffe an den Schlägern, Handschuhe und richtig gefittete Schläger reduzieren die Belastung. Schmerzen die Handgelenke beim Golfspiel sehr, lohnt die Investition in neue Griffe.
● Druck reduzieren: Leicht gesagt, aber vielleicht schwer getan: Den Druck des Handgriffs reduzieren und so weniger verkrampft und weniger stark zufassen.
● Rückschwung: Wichtig ist auch der Rückschwung. Beim Rechtshänder wird das linke Handgelenk am Ende des Backswings maximal abgeknickt. Dies ein wenig zurückzunehmen. Wenn eine Sehne schmerzt, kann das hilfreich sein.
● Schwunganalyse: Mit dem Pro eine genaue Schwunganalyse machen und schauen, ob wirklich der Schwung in seiner Abfolge korrekt ist. So kann man übergroße Anstrengung auf Hände, Handgelenk, Vorarme und Ellenbogen vermeiden.
● Kleine Divots: Einige Zeit auf große Divots verzichten und dadurch die Belastung für Handgelenk und Ellenbogen verringern. Hat man Probleme an Hand und Handgelenk, sollte man lieber den Ball von Wurzeln, felsigen oder harten Untergrund weglegen, um nicht die Verletzung zu provozieren.
● Milder follow-through: Am Ende des follow-through gibt es wiederum eine starke Handgelenksbelastung, die man versuchen sollte milder ausfallen zu lassen, wenn man Handgelenksprobleme hat.
● Aufwärmen und dehnen: Problemzonen vor dem Spiel aufwärmen und nach dem Spiel dehnen. Das kann man natürlich auch mit den Handgelenken und den Strecksehnen des Unterarmes, des Ellenbogens und der Schulter absolvieren.
● Achtung Schmerz: Man darf eine Golfrunde auch einmal abbrechen, wenn die Schmerzen stark sind. Eine Trainings- oder Spielpause hat schon oft dazu geführt, dass das Golfspiel wieder wunderbar nach einigen Wochen aufgenommen werden kann.

Diskussion

Ein Kommentar zu “Hand und Handgelenk im Blickpunkt”

  1. Beim Handgelenk kommt es darauf an, das Handgelenkbeuger und Handgelenkstrecker in Balance sind und nicht verkürzt sind. Trainiert man das ganze um, macht Golfspielen wieder Spass und zwar schmerzfrei

    Geschrieben von Markus Zettl | November 7, 2014, 16:10

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