das Wintertraining ist eine große Chance für Ihr Golfspiel. Warum?
Stellen Sie sich vor, dass das Eintrainieren einer neuen und besseren Bewegung im Golfen immer mit Fehlschlägen einhergeht. Es ist sogar wichtig, dass Sie Fehler machen! Denn Fehler sind beim motorischen Lernen ein wichtiger Bestandteil, um die Bewegung nachhaltig zu verbessern. Nur wenn ich beim Erlernen von Technik Fehler mache, kann mein Körper besser werden. Das Problem ist nur, dass Fehler in unserer Gesellschaft immer negativ belegt sind. Wir wollen Fehler vermeiden – und alles richtig machen…
Niemand riskiert grobe Fehlschläge
Für den Golfunterricht bedeutet das, dass grundlegende Verbesserungen immer mit der richtigen Einstellung, einer entspannten Zeitplanung und dem Fokus auf Bewegungsabläufe verbunden sein sollten. Diese Zeit hat man nicht, wenn man eine normale Golfstunde gibt. Der Grund dafür ist, dass der Schüler nach der Stunde oder am nächsten Tag auf die Runde gehen und die ersten Erfolge des Unterrichts sehen möchte. Oder etwa nicht? Wir wissen aus der Trainingsforschung im Golfsport, dass grundsätzliche Veränderungen in der Technik erst nach einiger Zeit sichtbar werden. Diese Zeit hat man im Sommer nicht, da kein Spieler bereit ist, den Ball zum Teil nicht zu treffen oder grobe Fehlschläge zu machen. Da Golf ein Zielsport ist, wird der Spieler die Technik wieder so abändern, wie er es gewohnt ist – und mit seinen Fehlschlägen mehr oder weniger leben!
Die Bewegung rückt in den Mittelpunkt
Anders ist das im Winter. Viele Indoor-Anlagen lassen nur eine Flugweite von ungefähr fünf Metern zu. Da der Aktive, durch Video unterstützt, nicht so sehr darauf setzt, den Ball ins Ziel zu schlagen, sondern den Bewegungsablauf ins Visier nimmt, ist das die Jahreszeit, in der sich die größten Fortschritte in deutlich geringerer Zeit erzielen lassen. Ein weiterer Teil des Wintertrainings betrifft die Verbesserung der körperlichen Voraussetzungen. Während man vor einigen Jahren noch meinte, dass ein paar Jogging-Runden und ein wöchentliches Fitnessprogramm vollkommen ausreichen, ist man in dem Bereich heutzutage einen großen Schritt weiter. Durch Testverfahren lassen sich jetzt ganz individuelle Stärken und Schwächen ermitteln. Als Resultat wird ein individuelles Fitnessprogramm für den persönlichen Golfschwung zusammengestellt. Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir immer gern unsere Stärken trainieren. So lässt sich erklären, dass die Herren in den Fitness-Studios zumeist an den Gewichten und die Damen oft in den Gymnastikkursen zu finden sind. Eigentlich müsste es genau anders herum sein. Die Damen haben meist wenig Kraft, sind jedoch beweglich. Die Herren sind meist nicht beweglich, verfügen aber über eine große Kraft. Das Phänomen kann man auch an den unterschiedlichen Golfschwüngen von Damen und Herren sehen. Während die Damen ihre Weite zumeist mit einem flüssigen Schwung erzielen, versuchen die Herren, das Bewegungsdefizit durch einen erhöhten Krafteinsatz wettzumachen.
Jetzt eine konkrete Planung machen
Wenn man an seinen Schwächen arbeitet, wird das dem Golfschwung gut tun. Darüber hinaus hilft es dem Aktiven im sportlichen Alltag, sich langfristig auch im höheren Alter gut und sicher zu bewegen und sein bzw. ihr Golfspiel genießen zu können. Deshalb: Machen Sie jetzt zusammen mit Ihrem Trainer eine Trainingsplanung für das Winterhalbjahr mit kurz-, mittel- und lang-fristigen Zielen. Setzen Sie sich dabei Ziele, die erreichbar sind!
Viel Spaß beim Üben wünsche ich Ihnen,
Ihr Arne Dickel
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