In Sachen Greenfee-Spieler ist der Hardenberg die mit Abstand erfolgreichste Anlage der Region. Im Durchschnitt kommen 280 Akteure pro Woche, die ihre Spielgebühr entrichten. Was Ausnahmen nach oben und unten nicht ausschließt: „In Spitzenzeiten sind es bis zu 500 Greenfees, die wir in der Woche verkaufen“, resümiert Ferdinand Graf von Hardenberg zufrieden. Der Platzwart, der mit seinem Team von 14 Mitarbeitern die 42 Bahnen umfassende Hardenberger Destination betreut, führt das nicht zuletzt auf die intensive Werbung zurück, die das Team um Geschäftsführer Norbert Hoffmann in den vergangenen Jahren gemacht hat.
In der Tat: Das Hardenberg-Resort ist auf den relevanten Messen präsent, macht im zunehmend wichtigen Internet auf sich aufmerksam und wendet sich mit sorgfältig formulierten Direct Mailings an die Captains der Damen- und Herrenrunden in den über 600 deutschen Clubs. Die Mund-zu-Mund-Propaganda bringt den Rest. Hinzu kommt das sehr rührige Nordheimer Hotel Freigeist, das mit attraktiven Angeboten punktet und Gruppen an sich bindet. „Da wir in den letzten Jahren insgesamt recht gute Sommer hatten, haben sich viele Golferinnen und Golfer nicht für die Algarve, sondern für uns entschieden“, so Hoffmann.
350 Tonnen Sand pro Par 5-Bahn
Ein wichtiger Aspekt in dem Kontext ist der herausragende Pflegezustand des Platzes. Ferdinand Graf von Hardenberg unterstreicht: „Wir müssen das ganze Jahr über gleichbleibend hervorragende Fairways und Grüns offerieren, die nicht nur bei herausragenden Events wie den Runden der EPD Tour überzeugen.“ Ein besonderes Augenmerk legen die für den Platz Verantwortlichen auf die Grüns, deren Umfeld und die Abschläge. Mit der Hand stechen die Mitarbeiter das Unkraut aus. Alle vier Wochen aerifizieren sie den Platz auf ihre Weise. „In einer vergleichsweise großen Zahl von Löchern pro Quadratmeter bringen wir den Sand unter und wählen dafür insbesondere kurzfristig trockene, sonnige Tage, damit wir die Sache recht zügig über die Bühne bringen“, so der Platzwart. Dabei kommt den Hardenbergern zugute, dass sie über zwei Kurse verfügen und im Bedarfsfall die Ströme auf die jeweils anderen 18 Bahnen umlenken können. Einmal pro Woche steht der soganannte Top-Dress auf dem Programm.
Dann werden alle herausgeschlagenen Divots mit Sand gefüllt. „Dadurch bieten wir in der gesamten Saison einen gepflegten Platz“, so Ferdinand Graf von Hardenberg. Ein weiterer Aspekt: Jeweils einzelne Mitarbeiter sind für bestimmte Objekte verantwortlich. So ist ein Platzarbeiter auf dem Göttingen Course für die Grüns zuständig. Er mäht sie, kümmert sich um den Top-Dress und betreut das Umfeld – sodass alles in einer Hand liegt und bei einem Ansprechpartner im Bedarfsfall die Fäden zusammenlaufen.
Inbesondere im Herbst werden die Fairways häufig aerifiziert und anschließend gesandet. Das tun die Greenkeeper, weil der Platz in der Jahreszeit tendenziell mehr Regen abbekommt. Durch die vielen Regenwürmer im Boden weicht der Untergrund extrem stark auf. „Dann reichen mitunter zwei Regenschauer – und der Platz ist reichlich matschig“, so von Hardenberg. Das wiederum lässt sich ausgleichen, indem man den Platz sandet und düngt. „Oft ist der Kurs noch am selben Tag wieder ohne Probleme bespielbar“, sagt der Platzwart. So werden für eine Par 4-Bahn 200 bis 250 Tonnen Sand, für ein Par 5-Loch 300 bis 350 Tonnen pro Saison benötigt, die in den Platz eingearbeitet werden. So werden auf dem Göttingen Kurs in den nächsten Jahren pro Saison drei Bahnen saniert. In dem Kontext schafften die Hardenberger Anfang 2010 eine sogenannte Drill-and-Fill-Maschine an. Diese wird auf dem Grün eingesetzt, um drei Zentimeter breite und 30 Zentimeter lange Löcher zu bohren. Die Freiräume werden anschließend mit Sand gefüllt. Damit erreicht man, dass die Grüns an Festigkeit zulegen und das Wasser besser abläuft.
Samstags spielen Greenkeeper ihre Runde
Die Besonderheit: Alle Platzarbeiter bzw. Greenkeeper spielen mittlerweile Golf. Insofern wissen sie aus der Praxis, worauf es ankommt. Head-Professional Stefan Quirmbach selbst wies sie in das Spiel mit dem kleinen weißen Ball ein. „Einige von ihnen sind häufig oder sogar regelmäßig beim Rookie-Turnier dabei, das wir montags durchführen“, so Graf von Hardenberg. Darüber hinaus spielen die Greenkeeper jeden Samstag ab 10.00 Uhr ihre Runde auf dem Public-Course aus, nachdem sie den Platz gemäht und ihre sonstigen Aufgaben erledigt haben. „Mit dieser Motivation im Rücken arbeitet unsere Mannschaft sehr akribisch“, lobt der Platzwart. So sind die beiden Head-Greenkeeper Dietmar Plate, verantwortlich für den Niedersachsen Course, und der junge Vitali Iskam, zuständig für den Göttingen Course, sowie ihre Kollegen mit Sorgfalt und Enthusiasmus bei der Arbeit.
Hoher Anspruch an öffentlichen Platz
Den öffentlichen Sechsloch-Platz nutzen externe Greenfee-Spieler kaum – es sei denn, die beiden großen Kurse sind komplett ausgebucht. Umso mehr Newcomer und Aktive der Golfschule üben dort. Der Pflegestandard ist für einen Public-Course sehr hoch. „Viele Einsteiger spielen dort zwei bis drei Mal pro Woche und treten darüber hinaus zu ihren Wettspielen an“, erläutert Graf Hardenberg. Auch im Winter erfreuen sich die sechs Bahnen großer Beliebtheit.
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