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Mit Kappe und Fliege in die erste Liga

„Die European Professional Development Tour ist in dieser Saison mit einem wesentlich leistungsstärkeren Feld unterwegs als in den Jahren zuvor.“ Die Beurteilung kommt aus berufenem Mund. Das sagt Starter Bernd Kraft, der die dritte Liga der europäischen Golf-Pros seit einigen Jahren begleitet. Als Beispiele verweist der Wissmannshofer auf die deutschen Asse Jochen Lupprian, Nikolas Meitinger, Patrick Niederdrenk, Richard Nömeier und Marcel Haremza.

Als eine gute Entscheidung habe sich erwiesen, mit den Turnieren im türkischen Belek und in Marokko zu beginnen und damit neue Akzente zu setzen. „Wir haben dort viele großartige Eindrücke gewinnen können und fantastische Plätze kennengelernt“, hebt der gebürtige Nordhesse hervor. Der Nordhesse Fabian Becker ist, wie Kraft beobachtet hat, in Marokko „recht gut“ in die Saison gestartet. Im Gegensatz dazu habe der Youngster in der Türkei, wo sehr widrige äußere Bedingungen herrschten, mit einigen Problemen zu kämpfen gehabt. Kraft traut dem Professional zu, am Ende der Saison einen Platz unter den Besten der Klasse zu erreichen.

In Sachen Konzentration habe Becker zulegen können. Er spiele sicherer und ruhiger als zuvor. „Und bei den Putts ist Fabian besser geworden“, freut sich der Mann mit der Kappe und dem schottisch anmutenden Outfit. Auf Jochen Lupprian eingehend, betont Kraft, dass „Lupo“ bereits in der zweiten Hälfte 2009 einen starken Eindruck hinterlassen habe. Der von der Fuldataler Kama Gartz GmbH gemanagte Routinier habe regelmäßig den Cut geschafft und sich immer unter den besten zehn Aktiven eingereiht. In dieser Spielzeit wird Lupprian nach Krafts Einschätzung an die Serie anknüpfen und ein gewichtiges Wort beim Wettbewerb um den Platz an der Sonne mitreden. „Wenn es ihm gelingt, die jeweils dritte Runde genauso konzentriert zu spielen wie die beiden Durchgänge zuvor, dann ist er ganz vorn dabei“, erklärt der Starter.

Klar, dass Kraft den Fuldaer Max Kramer nach wie vor sehr genau beobachtet, auch wenn das Supertalent mittlerweile auf der Challenge Tour unterwegs ist. „Seine Schläge sind fantastisch. Doch er muss noch ein wenig ruhiger werden und seine Konzentrationsfähigkeit verbessern, um den ganz großen Sprung auf die European Tour zu schaffen“, lässt der Wissmannshofer leise Skepsis erkennen. Sollte Kramer auf den beiden Feldern zulegen können, so räumt ihm Kraft Chancen ein, 2012 oder 2013 in die europäische Top-Serie aufsteigen zu können.

Insbesondere drückt Bernd Kraft den aufstrebenden Nachwuchsspielern der EPD Tour die Daumen. Daniel Wünsche, der in der Türkei einen Sieg verbuchte, zählt zu diesen Newcomern. „Ihm traue ich zu, dass er Christoph Günther in die Challenge Tour nachfolgt“, sagt Kraft und verweist auf Stefan Gross‘ Erfolgsspur, der im vergangenen Jahr sensationell den direkten Weg zur European Tour schaffte. Kraft selbst wird in der aktuellen Spielzeit Events der PGA of Germany, der EPD- und der Challenge Tour starten – unter anderem im August im Hamburger Club Glenn Eagle. Im nächsten Jahr soll dann die 1. Liga des Kontinents, die European Tour, hinzukommen. Er hat bereits die Zusage, in Marrakesch die Top-Spieler auf die Runde zu schicken.

Fabian Becker will unter die Top Five
Auf Krafts Einschätzung angesprochen, zeigt sich Fabian Becker nicht ganz zufrieden mit seinem Saisonauftakt in der Türkei und Marokko. „Ich habe mich sehr gut vorbereitet und bin mit hohen Erwartungen gestartet. Leider sind die Ergebnisse der ersten sieben Turniere hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben“, so Becker. Er habe viel an seinem kurzen Spiel gearbeitet und beim Training mit Sacha Lubach seine mentale Einstellung verbessert. Das, da ist er sich sicher, wird sich in den nächsten Monaten auszahlen. Mit großem Engagement war Becker bei der Sache, als es galt, die zweite Auflage seines eigenen ProAms zu organisieren, dem er den Titel Becks&Boys gab. „Das ist eine echte Herausforderung“, so der Professional. Das galt nicht zuletzt in nervlicher Hinsicht, mussten doch mit Daniel Wünsche und Richard Poulter gleich zwei Pros am Morgen des Events kurzfristig absagen.

Besonders freut sich Becker darüber, dass Christoph Günther und Sebastian Buhl mit von der Partie waren. „Beide mussten lange und beschwerliche Anreisewege auf sich nehmen, um dabei zu sein. Das sie das für mich taten, weiß ich sehr zu schätzen“, erklärt er dankbar. Das Wetter sei gut gewesen, die Stimmung prima und die Oberaulaer Gastronomie habe die Aktiven am Abend großartig verwöhnt. „Es war wieder eine runde Sache“, blickt er zurück.
Seine Zielsetzung für die Saison ist anspruchsvoll. Ein Platz unter den Top Five soll es sein! „Ich bin überzeugt davon, dass ich eine gute Chance habe, das Ziel zu erreichen“, gibt sich der Nordhesse selbstbewusst. Und wenn es wider Erwarten nicht klappen sollte, will Becker den steinigen Weg durch die Qualifying School gehen, um sich so einen Startplatz auf der Challenge Tour 2010 zu erkämpfen.

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