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Der Wildunger verteidigt seinen Titel

Was haben Barack Obama, Muhammed Ali, Neil Armstrong, Charlie Chaplin, Heidi Kabel, Pele, Brad Pitt und Queen Elisabeth II gemeinsam? Sie sind Linkshänder. Genauso wie Thomas Schilling. Im westfälischen Halle gewann der Bad Wildunger die 10. Auflage der Offenen Nationalen Linkshänder-Golfmeisterschaften – und verteidigte damit seinen Titel aus dem Vorjahr.  „Das Linkshändergolf ist in Deutschland noch nicht so verankert wie in den USA oder Großbritannien“, so Teilnehmer Ulrich Bartelheim. Während eine spezielle Linkshänder-Ausrüstung insbesondere in englischsprachigen Ländern keine Ausnahme mehr darstellt, ist die Auswahl in Deutschland eher eingeschränkt. „Es gibt deutlich weniger Modelle und preislich nur wenig Spielraum“, unterstreicht Spielleiter Uwe Köhn.

Weitere Nachteile sehen beide Linkshänder nicht. „Manche Bahnen kommen Rechtshändern entgegen, andere den Linkshändern. Das gleicht sich bei 18 Löchern aus“, erklärt Ulrich Bartelheim, der als einziger Lokalmatador dem nationalen Verband linkshändiger Golfer N.A.L.G. Germany angehört. Der 57-Jährige nahm nach der Verbandsgründung 1999 an der ersten Deutschen Meisterschaft in Nettetal (Club Haus Bey) teil und gehörte auch im Vorjahr in Waldeck am Edersee zum Starterfeld. „Wir haben das Turnier nach Halle geholt, um weitere heimische Mitglieder zu motivieren und um für künftige Teilnahmen zu werben“, beschreibt Bartelheim den Anspruch des Clubs. Neben den sportlichen Herausforderungen schätzen die Organisatoren Bartelheim und Köhn vor allem den besonderen Geist der kleinen Gemeinschaft.

Der Golfplatz Teutoburger Wald zählt zu den schönsten und anspruchsvollsten in Ostwestfalen. Nach zwei Runden entschied Vorjahressieger Thomas Schilling trotz anfänglicher Probleme sowohl die Bruttowertung als auch die A-Klasse für sich. „Das waren die schlimmsten ersten neun Bahnen meines Lebens. Für einen Moment dachte ich, das Turnier sei für mich gelaufen“, blickt der Bad Wildunger auf seinen überaus holprigen Start zurück. Mit 163 Schlägen dominierte Schilling das Bruttoklassement. Zweiter wurde der Deggendorfer Jürgen Stümpfl (167), gefolgt von Nicole Scharf vom Club Bergisch Land (177). In der Nettoklasse A hatte der Nordhesse mit 151 Zählern die Nase vorn. Die B-Klasse entschied Christian Kern (140), Club Teutoburger Wald, für sich. Rüdiger Holtkamp (144) aus Issum avancierte zum Champion der Gruppe C. Die Organisatoren und der Verband N.A.L.G. (www.nalg-germany.de) will künftig weitere Teilnehmer werben. Denn derzeit nehmen weniger als drei Prozent der Linkshänder regelmäßig an Turnieren teil.

Und so hatte mancher Starter einen weiten Anreiseweg nach Halle zurückzulegen. Schließlich kamen die Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet. Am weitesten hatte es der Gesamtzehnte Ludwig Zellmer, der 582 Kilometer aus dem bayerischen Straubing zu bewältigen hatte.

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