Dr. Harald Mollberg schüttelte den Kopf. „Das war die mit Abstand schlechteste Runde, die ich in diesem Winter gespielt habe“, zeigte sich der Kasseler Routinier enttäuscht. Ausgerechnet beim mit Spannung erwarteten Bruttofinale der Gudensberger Winterserie ereilte Mollberg das Formtief. Da verwunderte es nicht, dass er nur Rang 4 erreichte. Wesentlich besser lief es für Ulrich Most. Mit Handicap 13 gestartet, blieb der Nordhesse 14 Schläge über Par und gewann damit die Bruttowertung. Youngster Maurizio Brütsch folgte auf Rang 2 vor Norman Witzel und Harald Mollberg.
Vorrunde auf Old Palm-Course
32 Akteure beteiligten sich an der Vorrunde der Gudensberger Serie. Sie traten in drei Vorgabeklassen an. Gespielt wurde am Simulator auf attraktiven Kursen. Dazu gehörten renommierte Plätze wie Casa di Campo in der Dominikanischen Republik, das letztjährige Resort des Jahres, und der noble Old Palm-Privatclub in Florida, der mit vielen Wasserhindernissen aufwartet. Die Zwischenrunde ging auf dem bekannten Kurs von Pebble Beach über die Bühne, der diesjährige Platz der US Open. Die jeweils vier besten Aktiven im Brutto- und Nettoklassement wandten sich im Finale dem Shanghaier Sheshan International Golf Course zu – die 18 Bahnen, auf denen Ende 2009 die HSBC World Championship ausgetragen worden waren, bei denen Phil Mickelson die Nase vorn und Martin Kaymer sowie Tiger Woods auf dem geteilten sechsten Rang abgeschnitten hatten. Golfpark-Chef Hans Wilhelm Kleppe freute sich zum Endspiel darüber, dass seine Gudensberger Anlage und der Simulator im Winter eine gute Resonanz gefunden hatten. „Nicht zuletzt wegen des kalten und strengen Winters haben viele Golferinnen und Golfer unseren Simulator genutzt. Und wir hatten eine hervorragende Auslastung“, so der Nordhesse.
Die Gudensberger konnten viele Startzeiten vergeben, zu denen manche Aktive den ganzen Winter über regelmäßig ihre Runden absolvierten. Die Bad Wildunger Herrenmannschaft hielt sich während der kalten Jahreszeit in Gudensberg in Form. Zahlreiche Wilhelmshöher und Waldecker waren dabei, genauso wie die Baunataler Gruppe um Uwe Michel. Als vorteilhaft erwies sich die flexible Preisgestaltung der Gudensberger im Winter – etwa die Early-Bird-Zeiten bis mittags um 12 Uhr. „Auch die im Schichtrhythmus bei VW und Mercedes arbeitenden Golfer ließen sich ansprechen“, so Dennis Hilgenberg vom Golfpark-Management. Die Trainerstunden der Pros Ralf Hartfuss und Nigel Elder erfreuten sich großer Nachfrage. Video-Analyse, Pro-Stance und spektakuläre Runden am Simulator waren Trumpf. Die Gruppen-Trainingseinheiten für Damen und Herren liefen im Winter ebenso weiter wie Angebote für die Youngster. So trainierte Dennis Hilgenberg den sieben Mädchen und Jungen umfassenden Kids-Club. „Unser Einzugsgebiet ist im Vergleich zum Winter zuvor deutlich größer geworden“, so Kleppe. Den Schwung wollen die Gudensberger mit ins Frühjahr nehmen.
31 Putts müssen ausreichen
Zurück zur Winterserie. Bruttochampion Ulrich Most überzeugte mit 86 Schlägen. Die durchschnittliche Länge seiner Drives lag bei bemerkenswerten 220 Metern. Als Tribut an die große Schlaglänge traf Most lediglich zu 30 Prozent das Fairway; aber immer wieder fand er auf den Pfad der Tugend zurück. Auch 31 Putts auf 18 Bahnen sprechen für sich. Als Lohn für seine glänzende Vorstellung gewann der Bruttosieger einen kompletten Satz neuer Schlägergriffe von Golf Pride. Auf Platz 2 folgte Maurizio Brütsch. Der Nachwuchsspieler benötigte vier Schläge mehr als der Champion. Norman Witzel, der mit seinem 283 Meter weiten Longest Drive ein Ausrufezeichen setzte, belegte Platz 3. Vierter wurde Harald Mollberg.
Gutschein des Roggenland-Hotels
Die Nettowertung ging an Sebastian Kaul. Der Handicap 54-Spieler hatte 2009 die Platzreife 2009 erworben. Er verzichtete durchgehend auf seinen Driver, setzte stattdessen auf Rescue-Hölzer, die der Newcomer im Durchschnitt beachtliche 180 Meter weit schlug. Kaul bestach durch einen taktisch klugen Auftritt, beschränkte sich auf 53 Nettoschläge und gewann damit den begehrten Gutschein des Waldecker Roggenland-Hotels über ein Wochendende für zwei Personen. Einen Schlag dahinter folgte Maik Krüger. Der Nettozweite spielt seit einem Jahr im Golfpark Gudensberg, hat bislang jedoch noch nicht die Platzerlaubnis-Prüfung absolviert. „Im April will ich das bei Head-Pro Ralf Hartfuss nachholen“, erläutert Krüger. Mit einem Longest Drive von 220 Metern stehen die Chancen gut. „Allerdings zeigen seine 41 Putts auf der Finalrunde, wo er ansetzen sollte, um sich zu verbessern“, macht Hilgenberg deutlich. Als einziger Teilnehmer im Feld war Krüger ohne offizielles Handicap gestartet – und wurde damit mit Vorgabe 54 gewertet. Der mit Abstand beste Rookie des Events gewann überlegen den Sonderpreis. Dritter im Nettoklassement wurde Lucas Glückschalt mit 55 Schlägen. Auf dem vierten Rang landete die einzige Dame im Feld, Katja Fenge. 96 Bruttoschläge und zehn sichere Fairway-Hits zeigten, wie souverän sie den Ball ins Spiel brachte. Hilgenberg: „Gute Putts und vier Pars beim Finale sprechen für sie.“
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