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Golf-News

Der Freitagnachmittag gehört den Kids

Seit vielen Jahren punktet der Club am Twistesee mit intensiver Nachwuchsarbeit. Der Aspekt ist eng mit einem Namen verbunden: Ulrike Josephy. Seit 2006 engagiert sich die kreative Jugendwartin für die Bad Arolser Youngster. Derzeit werden elf Mädchen und 20 Jungen gefördert. Insbesondere die Zahl der Mädchen nimmt immer weiter zu. „Wir hoffen, in absehbarer Zeit auch eine Mädchenmannschaft zu stellen“, blickt Josephy in die Zukunft. Besonders trainingsfleißigen und ehrgeizigen Kids räumt sie die besten Perspektiven ein. Doch allein diese beiden Attribute machen aus ihrer Sicht aus einem begabten Kind noch keinen guten Golfer. „Wichtig ist, dass die Kinder von ihren Eltern unterstützt werden, möglichst häufig auf den Platz kommen und an den jeweiligen Turnieren teilnehmen“, so die Nordhessin.

Denn: Fühlen sich die Kinder und Jugendlichen zudem in ihren Trainingsgruppen wohl, dann macht es ihnen besonders viel Spaß – und ein gesunder Wettkampf innerhalb der Gruppe entsteht. Die Bad Arolser Clubmannschaft spiegelt diese Beobachtung wider. Denn zu ihren besten Akteuren gehören heute Youngster, „die sich in den letzten Jahren gegenseitig gepusht haben“, hebt Josephy hervor. Gerade diejenigen, die im vergangenen Jahr regelmäßig an den Turnieren der Sauerland Jugend- sowie HGV-Challenge teilnahmen, konnten sich sportlich am besten entwickeln und ihre Vorgabe steigern.

Gemeinschaftsgefühl stärken
Bei seiner Nachwuchsförderung setzt der Club auf kleine Trainingsgruppen, die sich nach Spielstärke und Alter richten. Die Anfänger bereiten sich gemeinsam auf das bronzene, silberne oder goldene Golfabzeichen vor. Sobald ein Abzeichen und eine gewisse Spielstärke erreicht worden ist, steigt der Jugendliche in eine andere Trainingsgruppe auf. So kommt es, wie 2009, vor, dass eine Gruppe das ganze Jahr zusammen bleibt und ein aufstrebender Youngster dagegen mehrere verschiedene Trainingsgruppen durchläuft.  Josephy: „Zudem erhalten die Mädchen und Jungen die Chance, mit guten und erfahrenen Jugendlichen über den Platz zu gehen und von ihnen zu lernen.“ Drei Jugendturniere laufen am Twistesee: die Jugendchallenge für Nordhessen und das südliche Sauerland, die HGV-Challenge und die First-Drive-Tour. Die Kinder und Jugendlichen nehmen vor Ort an den Events teil, sobald sie die entsprechende Spielstärke erreicht haben.  Head-Pro Hugh Cairns berichtet: „Gerade die First-Drive-Tour in Bad Arolsen markiert für Kinder und Jugendliche unseres Clubs den Einstieg in die Turniere.“

Zum Saisonende findet ein Abschlussturnier statt. Alle Kinder, auch die Anfänger, sind eingeladen, sich zu beteiligen. „Die besten Leistungen werden mit Pokalen und/oder Preisen belohnt“, so Josephy. Die Youngster sollen möglichst an vielen Jugendturnieren teilnehmen, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln und ihr Spiel zu verbessern. Zu den Turnieren werden Fahrgemeinschaften gebildet, so dass jeder teilnehmen kann. Die Akteure erhalten einheitliche Kleidung. Cairns: „So lässt sich das Gemeinschaftsgefühl fördern.“ Neben der Kleidung stärken gemeinsame Turniere den Teamgeist.  Die Jugendwartin freut sich: „Mittlerweile hat sich hier eine tolle Truppe gefunden, in der jeder vom anderen profitieren kann.

Duo erwirbt C-Trainerschein
Neben Ulrike Josephy und Hugh Cairns engagieren sich weitere Aktive für die Youngster am Twistesee. Das gilt etwa für Oliver Stuhl und Sebastian Josephy, zwei Mitglieder der ersten Mannschaft. Beide stellten sich der Prüfung zum C-Trainerschein. Um seine erforderlichen praktischen Stunden nachweisen zu können, leitete das Duo das Training der Anfänger und nahm die entsprechenden Abzeichen ab. Beide wollen in der aktuellen Saison erneut den Trainingsbetrieb unterstützen. Das hat auch Helmut Mempel zugesagt. Der erfahrene Senior führte bereits 2009 eine Trainingsgruppe. Hugh Cairns kümmert sich hauptsächlich um das Training der Jugendlichen mit Platzreife. Sein Ziel ist es, das Spiel dieser Youngster weiter zu verbessern.

Newcomer immer willkommen
Mit Rücksicht auf die Anforderungen der Schule lief das Golftraining bislang ausschließlich am Freitag. Derzeit überlegen die Veranwortlichen, einen zweiten Trainingstermin während der Woche einzurichten, damit sich die Kinder kontinuierlich weiterentwickeln können. Doch auch abseits der offiziellen Trainingszeiten kommen viele Kids auf die Driving-Range. Darüber hinaus verabreden sie sich telefonisch, um gemeinsam über den Platz zu gehen. Jugendliche, die noch über keine eigene Ausrüstung verfügen, erhalten auch außerhalb des Trainings Schläger und Bälle. „So werden die Range und das Putting-Green regelmäßig am Freitag ab 14.30 Uhr von den jugendlichen Trainingsgruppen in Beschlag genommen“, konstatiert Geschäftsführer Andreas Motyl. Anfänger bis zum Alter von zehn Jahren werden spielerisch an den Golfsport herangeführt. Das Training der anderen Anfängergruppen gilt dem Ziel, die Prüfung zum Golfabzeichen erfolgreich abzulegen. Josephy: „Mentale Übungen sowie Technik- und Taktiktraining bilden die Grundlage, um das Spiel zu verbessern.“ Manche Trainingseinheit findet insofern auf dem Platz statt, um bestimmte Situationen zu besprechen.

Hugh Cairns spricht in seinen Trainingseinheiten oft problematische Situationen an, denen sich die Teilnehmer beim vorangegangenen Turnier ausgesetzt sahen. „Damit es beim nächsten Mal besser läuft“, wünscht der gebürtige Schotte seinen Mädchen und Jungen. Zu Saisonbeginn finden spezielle Regelkundekurse für Jugendliche statt. Die jungen C-Trainer bieten diese an. Während der laufenden Saison sollen die Kurse noch verfeinert werden. „Denn, wie wir wissen, sind Regeln nicht dazu da, uns zu bestrafen, sondern können sehr hilfreich sein“, betont Josephy. Großen Wert legt sie beim Training darauf, dass Spaß und Leistung im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Nur wer Spaß am Training habe, könne sich stetig verbessern.

Kleinen Wettkämpfen komme ein großer Spaßfaktor zu. Gleichzeitig brächten sie einen hohen Trainingserfolg. „Hier hat noch nie eine Trainingseinheit stattgefunden, in der nicht gelacht worden ist“, so die Jugendwartin. Das gute Verhältnis zwischen den Kindern und Jugendlichen fördere „das gute und lockere Trainingsklima“. Neben den clubinternen Aktivitäten läuft die Jugendförderung teilweise übergreifend. Auf die Beharrlichkeit der ehemaligen Regionalleiterin Jung aus Waldeck, die Unterstützung anderer Jugendwarte und die Initiative des aktuellen Regionalleiters Andreas Motyl geht der neue Trainingspunkt zurück, den Hugh Cairns seit 2009 auf der Bad Arolser Anlage leitet. Seither erfreut sich Nordhessen einer intensiveren Förderung der Youngster durch den Hessischen Golfverband, HGV. Ulrike Josephy pflegt den engen Kontakt zu den an der Jugend- und HGV-Challenge teilnehmenden Clubs. „Gemeinsam versuchen wir, das Turnierangebot für Nordhessen weiter zu optimieren“, erläutert sie. Einigen Kids bescheinigt die Aktive gute Pers-pektiven. „Wenn die Kinder und Jugendlichen den gleichen Trainingsfleiß in der neuen Saison beibehalten und viele Kinder- bzw. Jugendturniere bestreiten, werden gerade die Anfänger große Schritte nach vorn machen“, blickt sie in die Zukunft. Auch die Fortgeschrittenen der Handicapklasse B dürften sich weiter verbessern.

Insbesondere für die leistungsstarken Jugendlichen gilt es, an Details zu feilen, um noch stärker auf sich aufmerksam zu machen. Gerade darauf wollen Hugh Cairns und sein Trainerteam ihre Aufmerksamkeit richten. Den Mädchen räumt Josephy gute Chancen ein, bei den Turnieren in der Damenwertung vorn mitzumischen und den einen oder anderen Preis zu gewinnen. „Den Mädels fehlt leider manchmal lediglich der letzte Kick. Wenn sie da noch hinbekommen, müssen sich die Jungs in der neuen Saison warm anziehen“, prognostiziert sie.

35 Stunden pro Monat im Einsatz
Josephy selbst wohnt nahe am Golfplatz. Deshalb kann sie es sich oft einrichten, am Abend „noch einmal eine Runde zu gehen“. Wettspiele am Wochenende kann sie nur dann bestreiten, wenn für die Jugendlichen kein Turnier ansteht oder die Eltern den Fahrdienst übernehmen. Wie viele Stunden pro Monat widmet sie dem Nachwuchs? Wenn auch ihre erwähnten Aufgaben am Freitag hauptsächlich organisatorischer Art sind, so verbringt Josephy den Freitagnachmittag von 14.15 bis 17.30 Uhr komplett mit dem Nachwuchs. Stehen Turniere auf dem Programm, begleitet sie die Jugendlichen zumeist. Häufig kommen weitere Eltern mit. „Gemeinsam verbringen wir den ganzen Tag, ab 7.00 Uhr bis zur Siegerehrung am Abend, mit den Jugendlichen auf dem Golfplatz“, berichtet sie. Die Jugendwarte und Eltern können auf den fremden Plätzen meistens als „Puffer“ hinter den Jugendlichen spielen. „In der Saison komme ich so auf etwa 35 Stunden pro Monat“, fasst Ulrike Josephy zusammen.

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