Kasseler Ass siegt in Lich mit der hessischen Mannschaft beim Länderpokal
Eine sensationelle Leistung lieferte das Team Hessen beim Länderpokal der Damen und Herren ab. Der Wettbewerb ist mit das bedeutendste Mannschaftsturnier im deutschen Amateurgolf. Bereits 1998 hatten die Hessen ihren Heim-Länderpokal in Lich ausgetragen und damals die Silbermedaille gewonnen. Auf dem anspruchsvollen Platz mit blitzschnellen Grüns gingen Jan Koschella und Co. deshalb mit der Hoffnung an den Start, im Kampf um eine Medaille mitzumischen – wenn es gut laufen würde. Die Konkurrenz aus Bayern, Hamburg, NRW und der Top-Favorit sowie Titelverteidiger aus Baden Württemberg schien doch sehr groß. Doch die Hessen kamen bereits an den ersten beiden Tagen gut zurecht und wussten die schweren Grüns zu putten. Zahlreiche Spitzenamateure hatten erhebliche Probleme damit. NRW ging zwar am ersten Tag in Führung mit insgesamt 2 unter Par. Doch die Hessen lagen lediglich drei Schläge dahinter.
Die beiden Frankfurter Maxi Röhrig und Martin Keskari kämpften sich von +3 auf -1 zurück. Leider wurde es dann wegen eines Doppelbogeys an der 17 eine 72 (bei Par 71). Auch Anton Kirstein und Andreas Senckenberg, ebenfalls aus Frankfurt, spielten eine 72. Die Paarung Kevin Giulini (Neuhof) und Chrissi Bräunig (Main Taunus) agierte nicht ganz so glücklich auf ihrer Runde. Am Ende stand eine 77 und damit das Streichresultat auf der Scorkarte, da nur drei der vier Vierer in die Wertung kamen. Mit gutem langem Spiel, aber etwas Pech auf den Grüns waren der Kasseler Jan Koschella und Nick Meilinger (Rhein Main) unterwegs: +2 nach neun Löchern. Doch ein Birdie auf Loch 10 brach den Bann. Koschella konnte auf der 16 gar ein Eisen 9 aus 130 Meter einlochen, so dass die beiden mit einer 70 das beste hessische Resultat ablieferten.
An den beiden folgenden Tagen standen die Einzel auf dem Programm. Am besten konnten die Hamburger am zweiten Tag mit den Bedingungen umgehen. Bei den Vierern war es für die Norddeutschen noch nicht so gut gelaufen; doch nun erreichten sie das beste Tagesergebnis, blieben als einzige im Team unter Par, holten auf NRW elf Schläge auf und kamen von Rang 7 bis auf Rang 2 nach vorn. Aus dem Teamergebnis von 3 unter Par ragte Benedict Staben mit einer 67 heraus. Er spielte damit mit Carolin Masson, die ebenfalls eine 67 schaffte, die beste Einzelrunde und Platzrekord. Die Berliner, am Vortag noch Dritte, fielen bis auf Platz 6 zurück. Der Titelverteidiger und Favorit aus Baden-Württemberg konnte den Fehlstart mit +12 aus den Vierern nicht verbessern. Die Hessen überzeugten einmal mehr auf der zweiten Hälfte ihrer Runde. Martin Keskari ging es wie vielen: 12 Putts auf den ersten vier Löchern und 3 über nach acht Löchern standen für den jungen Frankfurter zu Buche. Doch mit einem Eagle an der 9 blies er zur Aufholjagd und beendete die Runde mit 69 als bester Hesse.
Auch Anton Kirstein war nach acht Löchern 3 über – und auch er gab hinten richtig Gas, so dass er am Ende eine 70 spielte. Konstant war Christian Bräunig unterwegs. Er ließ sich zu keiner Zeit von den schweren Grüns beirren und blieb mit einer 70 unter Par. Einen sehr konzentrierten Eindruck hinterließ Jan Koschella. Er belohnte sich und das Team mit einer 72. Mit diesen Ergebnissen blieb Hessen auf Rang 2. Vor der Schlussrunde waren NRW, Hamburg und Hessen der Konkurrenz damit enteilt. Aber zwischen den drei Mannschaften lagen nur vier Schläge. Es ging eng zu, jedoch hatten die Hessen den Rückstand nach neun Bahnen in einen kleinen Vorsprung gewandelt. Was die hessischen Spieler dann zeigten, war sensationell. Röhrig, Bräunig, Koschella und Meilinger spielten Birdie um Birdie und erweiterten ihren Vorsprung. Die Konkurrenten aus NRW und Hamburg konnten nicht dagegen halten. Kevin Giulini sicherte als erster Hesse trotz eines holprigen Starts eine Par-Runde – es sollte das einzige Ergebnis in der Wertung sein, das nicht unter Par war! Es folgten eine 69 von Koschella, eine 68 von Röhrig und zwei sensationelle 67er von Bräunig und Meilinger. Als Anton Kirstein als vorletzter Spieler eine 70 ins Clubhaus brachte, war der Sieg für das Team Hessen perfekt.
Eigentlich schien damit auch Platz 2 an NRW vergeben. Doch dann kam die große Show von Benedict Staben und den Hamburgern. Staben lag nach fünf Löchern 1 über Par. Es folgten zehn Löcher, die lange in Erinnerung bleiben werden. Perfekte Schläge, sichere Putts und 10 unter auf 13 Löchern. Mit seiner 62 – 9 unter Par – sicherte er dem jungen Hamburger Team einen Schlag vor NRW die Silbermedaille. Mit der zweitbesten Tagesleistung von -4 schob sich Niedersachsen/Bremen mit +20 auf Platz 4 vor, vor Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Mit dem grandiosen Finaltag von 14 unter Par und insgesamt vier unter Par bei zwölf Schlägen Vorsprung holten die Hessen nach 1997 und 1999 den dritten Sieg bei diesem Turnier. Bei allen drei Siegen war Bernd Raschke Trainer der Mannschaft. Für Kapitän Christian Zipf, Trainer Thorsten Walter sowie die Spieler Chrissi Bräunig, Jan Koschella, Anton Kirstein, Martin Keskari, Holger Naumann, Nick Meilinger, Kevin Giulini, Andi Senckenberg und Maxi Röhrig war es der erste Sieg. Herzlichen Glückwunsch!
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