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Golf-News

In Fleesensee locken die Masters

Robinson: Golf-Chef Dieter Hoffmann zu Trends auf dem Reisemarkt

robinsonMit der Akzeptanz, die der neue Club Quinta da Ria an der Ostalgarve zum Auftakt im vergangenen Herbst erfuhr, zeigt sich Dieter Hoffmann zufrieden. Die Anlage, mit 13-jähriger Vorlaufzeit geplant und in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei landschaftlich attraktiv gelegenen 18 Loch-Kursen, soll als eines der Golf-Flaggschiffe auf der bewegten See der Touristikanbieter segeln. Englische Gruppen kommen genauso in das ansonsten unberührte Naturschutzgebiet wie deutsche und skandinavische.

Ab Oktober, wenn die Temperaturen in Mittel- und Nordeuropa langsam in den Keller gehen, beginnt die Hochsaison an der Algarve. Den Club hält Robinson zwölf Monate im Jahr geöffnet – eine Besonderheit in der Region. Betrieben werden die beiden Plätze von dem portugiesischen Partner Jose Lisboa, der sich bereits als Initiator und Finanzier der Champions Courses San Lorenzo und Quinta do Lago einen Namen gemacht hatte. Lisboa ist an den dortigen Robinson-Hotelanlagen beteiligt und hält darüber hinaus die Fairways, Grüns und sonstigen Einrichtungen in Schuss. „Wir spielen uns den Ball gegenseitig zu“, beschreibt Hoffmann die Kooperation. Den Robinson gehörenden Nobilis-Kurs in der Türkei hält er für ähnlich attraktiv. Abschlag 1 liegt vis a vis dem Clubausgang.

Immer mehr externe Turniere
Immer wieder hat Robinson in der Vergangenheit die Initiative ergriffen und Angebote gemacht, die darauf abzielten, Golf und Wellness als ein Paket zusammen zu vermarkten. „Doch bei den Golfern lässt sich beobachten, dass sie vor allem eines wollen – nämlich exzessiv zu spielen. Und sich durch nichts ablenken zu lassen – sondern nach der Runde zwei Bier trinken, gepflegt essen und den Tag eventuell mit Sauna und Massage ausklingen lassen. Weder von Gymnastik noch Aspekten wie Mentaltraining oder Gesundheitssport lassen sich die Gäste überzeugen. „Man will ausgiebig spielen und sammelt Golfplätze“, konstatiert der Manager. Fremde Länder und Kulturen kennenzulernen, ist kaum angesagt.

Golfen spielt im hochwertigen Tourismus, wie er bei Robinson herrscht, eine zunehmend wichtigere Rolle – sehr zu Hoffmanns Freude. Das gilt weniger für die klassische Hochsaison als für die Saisonschultermonate, wie die Touristik-Profis es ausdrücken. Gemeint sind Februar, März und April sowie Oktober und November. „In diesen Phasen kommen wir ohne das Thema Golf nicht aus“, so Hoffmann. Mit anderen Worten: Ohne die Fans des kleinen weißen Balls lassen sich die Clubs nicht ohne Golfer füllen – das gilt quer durch die Branche.  Robinson verzeichnet stark wachsende Gästezahlen unter den Golfern. „Das gilt für Monate, zu denen wir das früher nicht für möglich gehalten hätten“, hebt Hoffmann hervor.

Vor allem die Zeit von Anfang Oktober bis zum 1. Adventswochenende erfreut sich großer Popularität. Neben eigenen Turnieren wie den traditionellen Masters, die diesmal vom 4. bis 9. Oktober in Fleesensee laufen, der ägyptischen Red Sea-Golfwoche, den Sunmountain Spring Open im türkischen Nobilis und Single-Golfwochen organisiert Robinson mehr und mehr Wettspiele sowie Finalveranstaltungen, die von außen an das Unternehmen herangetragen werden. Der BMW-Cup international zählt dazu, ebenso der Audi Quattro-Cup, das Möbel Hesse-Event, die Lufthansa Ladies-Trophy und das Event der First-Reisebürokette.

Die vielen Golfer und ihre Gewohnheiten veranlassen Robinson dazu, mit einer Tradition des Cluburlaubs zu brechen und an einigen Standorten Halbpension anzubieten. Etwa Quinta da Ria gehört dazu. Hoffmann: „Der typische Golfer fährt nach dem Frühstück zu dem jeweiligen Platz und spielt seine Runde. Am Nachmittag oder Abend kehrt er zurück und widmet sich dem Dinner. Ein wichtiger Faktor ist nach wie vor der Golfunterricht. An allen Standorten boomt es. „Vor allem Newcomer kommen verstärkt zu uns“, registriert Hoffmann.

Zwei Schnupperkurse pro Woche sorgen neben den Platzreifekursen für zusätzliche Nachfrage, die an der Algarve von zwei Pros der Anlage sowie einem eigenen Trainer auf der Range und dem Academy Course befriedigt wird. Die Algarve musste in den letzten Jahren einen Gästerückgang von 25 Prozent aus dem englischen Markt hinnehmen. Macht Hoffmann das Sorgen? „Nein“, erklärt der gebürtige Südhesse. Dabei handele es sich um ein spezifisch britisches Problem, das mit den zurückgehenden Fluganbindungen zu tun habe.

Rainer Lomen

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