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Golf-News

Die European Tour ist sein großes Ziel

Waldecker Fabian Becker konzentriert sich nun voll auf seine sportliche Karrierefabianbecker

Nun steht der kleine weiße Ball ganz oben auf der Agenda: „Nachdem ich Ende Januar meine Ausbildung zum Versicherungs- und Finanzkaufmann erfolgreich abgeschlossen habe, konzentriere ich mich jetzt ausschließlich auf meine Karriere als Golf-Professional“, sagt Fabian Becker. Die nächsten vier Jahre will sich der Waldecker bei den internationalen Serien sportlich beweisen und von der dritten Liga, der European Professional Development Tour, in die Eliteklasse, die European Tour, aufsteigen.  Seine Ausbildung absolvierte der 26-Jährige bei der Sparkassen-Versicherung sowie beim Makler Becker&Trzemzalski. Der Abiturient und zwischenzeitliche Student der Wirtschaftswissenschaften verkürzte die Lehre auf zweieinhalb Jahre – und schnitt am Ende mit der repektablen Gesamtnote 3 ab. Insbesondere die Unfall- und Krankenversicherungen waren Felder, die ihn interessierten. „Mündlich war ich deutlich besser als schriftlich“, blickt er zurück und macht seine ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten deutlich.

Arne Dickel als Trainer
Mit Trainer Arne Dickel, Physiotherapeut Sacha Lubach sowie Ernährungsberater Richard Garland hat Becker sich drei Nordhessen an seine Seite geholt, die sich als ausgewiesene Fachleute bereits einen klangvollen Namen auf ihren jeweiligen Gebieten gemacht haben. Den Trainer aus dem Münchener Logical Golf-Team trifft er zwischen den Turnieren immer wieder für einige Tage in Kassel, in der bayerischen Metropole sowie auf Mallorca. Beim Training in den letzten Monaten hat sich das Duo insbesondere auf Änderungen am Griff sowie an der Hüft- und Drehbewegung konzentriert.  Dem ausgeklügelten Fitnessprogramm – unter anderem auf dem Rennrad und an der Kletterwand – kommt eine große Bedeutung zu. Vor allem seine gesundheitlichen Probleme hofft Becker so in den Griff zu bekommen. „Gerade die Schwierigkeiten, die ich lange Zeit mit meiner Schulter und dem Nacken hatte, sind schon stark zurückgegangen“, freut er sich. Vor dem Hintergrund zeigt sich Becker zuversichtlich, dass er künftig im letzten Drittel der Runde und beim abschließenden Durchgang des jeweiligen Turniers mit noch konstanteren Leistungen aufwarten wird.

Während der drei Turniere der EPD-Winterserie, zum Saisonauftakt in der Türkei, präsentierte sich der Waldecker noch nicht in der erhofften Form. Besser lief es schon bei den folgenden  Hi 5-Events in Spanien, wo ihm bereits eine Platzierung unter den Top 15 gelang – ein toller Erfolg angesichts der starken Konkurrenz, die zum Teil aus Challenge Tour-Spielern bestand. Dieser Trend setzte sich fort. Beim Schweizer Turnier am Sempacher See bewies Becker, dass auch bei widrigen äußeren Bedingungen hervorragendes Golf spielen kann. Am zweiten Tag gelang ihm die zweitbeste Runde, bevor ein Tief folgte, so dass am Ende der 15. Rang heraussprang – wieder eine gute Vorstellung. In Rheine-Mesum belegte Becker Platz 24. Dann stellte sich endlich das lange erhoffte Erfolgserlebnis ein: In Bad Bellingen (-1, +3, -4) gelangen ihm zwei Klasserunden. Der Lohn war die erste Top Ten-Platzierung dieser Saison. Ein Resultat, dass Appetit auf mehr macht!

Die komplette EPD-Serie will der Nordhesse 2009 durchspielen. In diesem Jahr strebt er an, sich bei einem Tunier unter die besten drei Akteure vorzuspielen. 2010 soll am Ende ein Platz unter den Top Five der Gesamtwertung stehen, um den Sprung auf die Challenge Tour zu schaffen. „Und in vier Jahren will ich in der European Tour angekommen sein“, gibt sich Becker selbstbewusst.  Neben der guten Physis wird Becker dazu eine ausgeprägte psychische Stabilität brauchen können. Daran will er arbeiten. „Bei Logical Golf gibt es einen Fachmann, mit dessen Hilfe ich mich darum kümmern werde“, erklärt er. Dass Becker mit den Cracks der Eliteligen mithalten kann, dafür hat er zahlreiche Anzeichen ausmachen können. So war er bei zwei Hi 5-Runden in Spanien mit David Horsey unterwegs, dem Champion der Challenge Tour. An den Abschlägen und auf dem Fairway konnte Becker mithalten. Lediglich auf dem Grün zeigten sich Unterschiede. „Genau daran werde ich in nächster Zeit ver-stärkt arbeiten. Beim kurzen Spiel muss ich zulegen“, so der Nordhesse. Dazu passt, dass er den Großteil seines Training rund ums Grün konzentriert.

Budget von 20.000 Euro
Sportlicher Erfolg ist heute ohne Sponsoren nicht zu haben. Das gilt auch für Fabian Becker. Um seinen Unterstützern für die Hilfe zu danken, lud Fabian Becker im Mai zum ProAm nach Waldeck ein. Unter dem Titel „Becks and Boys“ spielten 19 Pros. Neben Assen wie Sebastian Buhl und Benjamin Schlichting gaben sich Pros aus der Region die Ehre. Apropos Finanzen: Welches Budget braucht Becker, um die EPD-Saison zu spielen? Startgelder, Reise- und Übernachtungskosten und Verpflegung summieren sich auf 20.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Trainer, Physiotherapeuten und Ernährungsberater. Doch wenn Fabian Becker in den nächsten vier Jahren den Sprung in die europäische Eliteklasse schafft, dann haben sich die Investitionen gelohnt. Dann hat Nordhessen einen neuen Botschafter, der die Golfdestination zwischen Göttingen und Fulda in Europa bekannt macht.
Dehalb: Fabian, wir drücken Dir die Daumen!

Rainer Lomen

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