Lions-Clubs verteilen Turniererlös
Beim Benefizturnier der Kasseler Lions-Clubs in Wilhelmshöhe spiel-ten die 80 Golferinnen und Golfer 9.100 Euro ein. Die stolze Summe resultiert aus Startgeldern, Spenden und den Sponsorenbeiträgen vieler Firmen aus Nordhessen.
„Das Geld kommt Jugendlichen in der Region Kassel zugute“, erklärt Frank Beisheim, Sprecher des Organisationsteams. Der Vellmarer „Verein zur Ausbildung, Beratung, Integration und Arbeit“, Vabia, erhielt 4.000 Euro.
„Vabia setzt sich für die Qualifizierung sowie Integration benachteiligter und behinderter Menschen ein, um ihnen den Berufseinstieg zu erleichtern“, so Jacqueline Greinert. 3.000 Euro gingen an den Verein „Hilfe für Kinder und Erwachsene im Krankenhaus“. Maren Eisler: „Unterstützt wird damit der Bau eines Hauses, in dem Eltern bei den Krankenhausaufenthalten ihrer Youngster untergebracht werden.“ Darüber hinaus sollen die Räumlichkeiten mit Spielzeug für die kleinen Patienten ausgestattet werden, um sie vom Klinikaufenthalt abzulenken.
An den Verein der Förderer und Freunde des Kasseler Wilhelmsgymnasiums flossen 2.000 Euro. Sie werden für den Bau des so genannten WG-Hauses an der Fulda eingesetzt. „Neben der Nutzung für den Rudersport soll das Haus anderen Gruppen aus der Schule sowie weiteren Interessenten für Veranstaltungen zur Verfügung stehen“, macht Nicola Mütterthies deutlich. In einer Feierstunde im Schlösschen Schönfeld wurden die Spenden vom Organisationsteam und den Präsidenten der Lions-Clubs an die Vertreter der drei Fördervereine übergeben. „Wir freuen uns, dass bei unserem zweiten Benefizturnier für Kinder und Jugendliche der Region alle gewonnen haben, insbesondere die Geförderten“, so Frank Beisheim abschließend.
Im Kramladen der Sprachbilder
Szenenwechsel. Rückblende: Bei dem Lions-Turnier vor einem Jahr sorgte der vom Bernecker-Verlag engagierte Rolf Henn, alias Luff, für Furore. Am Halfway-House nahm sich der eloquente Schnellzeichner jeden einzelnen Teilnehmer vor und fertigte binnen weniger Sekunden eine Karikatur an. „Ein paar Haare mehr habe ich schon“, kommentierte Präsident Lorenz Köstner, als er sein Porträt betrachtete. Und auch Wolfgang Tietz monierte, er sei doch allzu kahl(köpfig) davongekommen. Das Schnellzeichnen, wie Rolf Henn es bei dem Event in Wilhelmshöhe mit großer Resonanz praktizierte, bildet für den Kreativen eine willkommene Abwechslung. Auf diesem Nebenschauplatz wird er rund 30-mal pro Jahr aktiv. Die Anlässe variieren: Die Bandbreite reicht vom Firmenjubiläum über Ausstellungseröffnungen bis hin zu Hochzeiten und Geburtstagsfeiern. In der Hauptsache engagiert sich Luff als politischer Karikaturist. Das ist sein Tagesgeschäft.
Das Talent zum Zeichnen war bei ihm bereits als kleinem Jungen unübersehbar. „Sobald ich einen Stift in die Hand bekam, fing ich an, zu malen und zeichnen“, blickt er zurück. Kein Blatt Papier war vor ihm sicher. Sämtliche Dokumente mussten weggeschlossen werden. Schon als Youngster erschloss er sich zeichnerisch die Welt. Geprägt durch seinen Vater, einen Piloten, dienten häufig der benachbarte Flugplatz in Idar-Oberstein und dessen Maschinen als Motive. Nach den Jets stiegen die Automobile zu den Favoriten seiner künstlerischen Darstellun-gen auf. In der Schule kamen Comics hinzu. Diese passten glänzend in die Schülerzeitung, in der mancher Lehrkörper den spitzen Strichen Henns zum Opfer fiel.
Die Grundlagen für den späteren Beruf waren bereits gelegt. In Mainz studierte das heutige Mitglied des Lions-Clubs Idar-Oberstein Kunsterziehung. Nach dem zweiten Staats-examen entschied er sich gegen den Job als Lehrer und für die künstlerische Freiheit. „Heute bin ich froh, dass ich den Weg eingeschlagen habe“, betont der Karikaturist. Für diverse Tageszeitungen ist er seit vielen Jahren tätig. Die meisten Aufträge erhält der Meister des exakten und pointierten Strichs von der Stuttgarter Zeitung. Zur Politik und seinen Repräsentanten hält Henn bewusst eine deutliche Distanz. „Das ist eine wichtige Voraussetzung, um in diesem Job Erfolg zu haben“, formuliert er sein Credo. Nur so könne man das mitunter perfide Theater erkennen und richtig aufs Korn nehmen, das sich vor einem abspiele.
Völlig autonom sucht sich Luff täglich in den Vormittagsstunden sein nationales bzw. internationales Thema. Gegen Mittag beginnt er zu zeichnen und erstellt bis ca. 16.00 Uhr seine Karikatur des Tages. Diese bietet er den Verlagen bzw. Zeitungen an. Die Verbreitungsgebiete der einzelnen Titel überschneiden sich nicht, so dass Interessenkollisionen vermieden werden und jede Redaktion die Luffsche Zeichnung für ihren Leserkreis exklusiv publiziert. Die Folge: An einem Tag finden sich seine Karikaturen ein- oder zweimal im Blätterwald wieder, am anderen sind es acht oder zehn Abdrucke. Dass sein Vorschlag überhaupt nicht ange-kommen ist, hat Luff bislang lediglich zweimal hinnehmen müssen – und das bei knapp 4.500 Karikaturen, die er in seiner 20-jährigen Laufbahn erstellt hat.
Welche Themen greift er besonders gern auf? Henn lehnt sich zurück und grinst: „Am schönsten ist es, wenn man sich ungebremst seiner Schadenfreude über die misslungenen Versuche von Politikern hingeben kann, ihre linken Touren zu vertuschen.“ Wenn er an eine Aufgabe herangeht, denkt Henn nicht sofort in Bildern. „Wichtig ist zunächst, zu einer klaren Aussage zu finden, die möglichst einfach und präzise in einem Halbsatz zu fassen ist“, analysiert er. Erst dann nimmt er die zeichnerische Umsetzung in den Blick. Eine große Rolle spielen dabei Sprichwörter oder Bilder, die in unserer Sprache angelegt sind – egal, ab jemand einem anderen auf den Schlips tritt, ob einer durch die Blume spricht oder ob jemand seinem Zeitgenossen aufs Dach steigt. „In diesem üppigen Kramladen bediene ich mich gern“, räumt er ein.
Rainer Lomen
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