Professional Christoph Günther über seine sportlichen Perspektiven
Routinier Christoph Günther hat eine hervorragende Saison hinter sich. Vorzeitig qualifizierte sich der Professional auf der EPD-Tour, der dritten Liga der europäischen Spieler, für einen Platz unter den Top Five und sicherte sich damit das begehrte Ticket für die European Challenge Tour. Im Gespräch mit Redakteur Rainer Lomen blickt Günther auf die Spielzeit zurück, spricht über seine gesundheitlichen Probleme aus dem Vorjahr und macht deutlich, welche sportlichen Perspektiven er für seine Profi-Karriere sieht.
Christoph Günther, wie ist die aktuelle Saison für Sie gelaufen?
Ich bin sehr zufrieden. Nach meinen gesundheitlichen Problemen im Vorjahr bin ich überraschend gut gestartet, sehr viel besser als erwartet. Dass es mir dann gelungen ist, so konstant weiter zu spielen, ist toll.
Welches waren die gesundheitlichen Handicaps, die Ihnen 2007 zu schaffen gemacht haben?
Ich hatte große Probleme mit meinem Ellenbogen, so dass ich insgesamt sieben Monate pausieren musste. Es war eine sehr frustrierende Zeit, da ich nur zuschauen konnte und die Fortschritte lange auf sich warten ließen.
Haben Sie in der Phase daran gedacht, Ihren Beruf als Golfspieler an den Nagel zu hängen?
Ja, es gab Momente, als ich daran gezweifelt habe, dass ich es schaffen würde, einmal wieder erfolgreich als Profi zu spielen. Andererseits habe ich während dieser Phase gemerkt, wie wichtig mir das Golfspielen und das Turnierleben ist. Als es dann langsam wieder aufwärts ging, habe ich manchmal im Stillen gedacht: Der Tag und die Runde waren eher schlecht, aber es war immerhin ein Tag auf dem Golfplatz… Insofern hat mich diese negative Phase insgesamt doch beflügelt. Ich genieße das Golfspielen heute sehr viel mehr als früher!
Wer hat ihnen geholfen, wieder gesundheitlich auf die Beine zu kommen?
In erster Linie waren das Dr. Müller-Wohlfarth als Mediziner und mein Physiotherapeut Wolfgang Bunz aus Ulm. Ohne die beiden wäre ich heute nicht da, wo ich bin.
Haben Sie im Zuge Ihres Comebacks Änderungen an Ihrem Spiel oder Ihrem Schwung vorgenommen?
Mit meinem Pro-Kollegen Marcel Haremza habe ich eine Firma gegründet, die den Namen Project Golf Sports trägt. Darin haben wir unsere sportlichen und wirtschaftlichen Interessen zusammengefasst. Mit der Folge, dass wir seit dem letzten Winter den gleichen Trainer haben, was uns beiden hilft. Wir arbeiten sehr strukturiert. Dadurch hat sich beispielsweise mein langes Spiel erheblich verbessert, es ist deutlich konstanter geworden.
Wie beurteilen Sie vor dem Hintergrund Ihre sportlichen Perspektiven im kommenden Jahr auf der Challenge Tour?
Ich werde die nächste Saison so angehen wie diese, mir keinen Druck machen und immer mein Bestes geben. Dann schauen wir mal, wo mich der Weg hinführt. Klar, dass mich auf Dauer die European Tour reizen würde. Aber auch die Asien Tour wäre ein tolles Ziel.
Was macht die Asien Tour für Sie so reizvoll?
Ich habe als Kind auf dem malayischen Teil Borneos gelebt und dort das Golfen gelernt. Insofern bin ich mit der Lebensart und dem Klima vertraut – und es zieht mich wieder dort hin.
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